Eureka Seven

by Hopestheim


Review Anime/Manga:Eureka Seven


Eureka Seven oder auch Kōkyōshihen Eureka Sebun, was wörtlich übersetzt „symphonisches Buch der Psalmen“ heißt, ist eine Animeserie der BONES- Studios aus dem J

ahr 2005. Außer dem Anime wurde der gleichnamige Manga, drei Videospiele und eine Romanreihe veröffentlicht.

Handlung:

Der 14-Jährige Junge Renton Thurston ist gernervt. Als Sohn des legendären Helden Adroc Thurston, der 10 Jahre zuvor sein Leben ließ, um den Summer Of Love (genaueres dazu später) zu beenden und den Frieden der Welt zu sichern, muss Renton nun sein Leben in der langweiligen Stadt Bellforest verbringen. Er wohnt zusammen mit seinem Großvater Axel Thurston, welcher ein begnadeter Mechaniker ist und von Renton verlangt es ihm gleichzutun und sein Erbe zu übernehmen. Dass dieser das jedoch nicht will, scheint Axel nicht zu interessieren. Renton hat auch noch eine Schwester, die aber während den Nachforschungen über die Scup Corals (dazu später mehr) ohne ein Wort verschwand.
Einzig das Surfen auf den Trapars (Transparente Luftpartikel- dazu später mehr) scheint Renton ablenken zu können. In diesem Gebiet will er genauso gut sein wie sein Held und Vorbild Holland Novak, dessen Portrait des Öfteren das Cover der ray=out ziert. Die ray=out ist ein Magazin, welches die Wahrheit, die das Militär unter Verschluss hält, in kleinen Schüben preisgibt und somit der Menschheit das wahre Gesicht des Militärs zeigen will. Holland ist jedoch nicht nur ein bekannter Surfer, er ist auch Anführer der Gekkostate, dessen Mitglieder auf der Gekko, einem gestohlenem Flugschiff, leben.
Rentons Leben ändert sich schlagartig, als ein LFO mit der Erkennung Type Zero in sein Zimmer kracht und es vollkommen zerstört.
Aus der Mecha steigt ein junges Mädchen namens Eureka. Renton ist von Anfang an von ihr und dem LFO „Nirvash“ fasziniert. Auch Eureka ist ein Mitglied der Gekkostate und so begleitet Renton das seltsame Mädchen.
Es stellt sich heraus, dass das Leben auf der Gekko nicht das ist, was sich Renton vorgestellt hat.
Die Besatzung ist eher damit beschäftigt, ihre Finanzen aufrecht zu erhalten und vor dem Militär zu fliehen, als frei auf den Trapars zu surfen. Eureka hat drei Kinder, die ihn als Eindringling betrachten und ihn loswerden wollen. Renton kommt zunächst überhaupt nicht mit den Eigenheiten der Crew klar, vor allem nicht mit Holland, der mit der Zeit immer jähzorniger wird und zu gewaltsamen Ausbrüchen neigt.
Doch mit der Zeit wird klar, dass Renton von großem Nutzen ist, da er, gemeinsam mit Eureka die Nirvash zu neuen Höchstformen bringen kann. Vor allem seine wachsende Bindung zu dem Mädchen scheint das LFO zu stärken.
Im Bezug auf Eureka hat Renton öfters das Gefühl, sie würde ihm etwas verheimlichen. Bei einem Zwischenfall, bei dem das Mädchen fast ums Leben kommt, verstärkt sich dieser Gedanke.
Renton muss sich von Eureka fernhalten um ihre Gesundheit nicht zu gefährden, er wird von der Besatzung abgewiesen und verlässt schließlich für kurze Zeit die Gekko.
Dabei lernt er das Paar Ray und Charles Beams kennen. In dieser Zeit hat er das Gefühl endlich eine richtige Familie zu haben.
Doch seine Sehnsucht nach Eureka lässt Renton wieder auf die Gekko zurückkehren; gerade noch rechtzeitig, denn Probleme in Form des Militärs bahnen sich an. Dabei haben diese eine neue, schreckliche Waffe entwickelt, um die Scup Corals zu zerstören.
Um diese aufzuhalten und die Grenze des Lebens, welche die maximale Anzahl an Lebewesen des Universums beschreibt, zu bewahren, müssen Eureka und Renton gemeinsam mit der Nirvash die große Mauer (dazu später mehr) durchschreiten und mit den Coraliens Kontakt aufzunehmen, um nicht nur die Welt, sondern das gesamte Universum zu retten.

Vorgeschichte und Welt:

Eureka 7 spielt in der fernen Zukunft, etwa 10.000 Jahre nach unserer jetzigen Zeitrechnung. Nachdem die Menschen die Erde verlassen hatten, finden sie auf diesem Planeten eine neue Heimat. Der gesamte Planet ist von den sogenannten Scup Corals bedeckt, welche laut Adroc Thurston lebendige Wesen sein sollen. So kommt es auch manchmal vor, dass aus dieser felsenartigen Substanz pilzförmige Auswüchse hervorschießen, die die Menschen Scups nennen. Die Atmosphäre ist mit einer Form von Lichtpartikeln, den Trapars, gefüllt, die sich von Strömen bis hin zu Wellen verdichten können.

Das “kleine Lexikon“ des Eureka 7:

Das Amita Drive:
Es ist die geheime Ergänzung zu dem Compact Drive. Zusammengeführt mit Rentons Compact Drive und der Nirvash wird so der Seven Swell Effekt ausgelöst.

Das Compect Drive:
Durch dieses kleine Hilfsmittel können die Menschen mit den Maschienen die sie verwenden kommunizieren. Mechas, wie die LFOs können beispielsweise ohne Compact Drive gar nicht starten. Ausnahmefälle wie die Nirvash können zwar ohne dem Compact Drive starten, aber ihre volle Kraft nur begrenzt entfalten.

Coraliens/Scup Coral:
Wie oben schon erwähnt, umschließt die als Scup Coral genannte Masse den gesamten Planeten und kann bei Beschädigung auch wieder nachwachsen. Dass diese Masse lebt, empfindet und auch denken kann, wird der Bevölkerung vom Militär geheim gehalten und stattdessen wird sogar die Meinung vertreten, die Scub Corals sind nichts weiter als Aliens, die die Menschen ausrotten wollen.
Coraliens dagegen sind Erscheinungsformen der Scup Corals, die dazu erschaffen wurden, mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Sie treten häufig als kugelförmige Wolke auf. Diese ersten Formen der Kontaktaufnahme, konnten von den Menschen allerdings nicht genutzt werden.
Bei einem gewaltsamen angriff auf den Scup Coral, entwickeln sich sogenannte Antikörper Coraliens, die aber nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden können.

Gekko/Gekkostate:
Die Gekko ist das Flugschiff, welches von Holland als Prototyp aus dem Tresor-Laboratorien entwendet wurde. Die Gekko ist kein offizielles Kampfschiff und ist mit einigen Neuheiten ausgestattet, welche somit einen Vorteil gegenüber der Kampfschiffe der Armee hat. Im Manga heißt die Gekko hingegen Moonlight.
Die Gekkostate wurde von Holland gegründet, um Adrocs Wunsch, Eureka zu beschützen, zu erfüllen. Somit stellt sich Holland dem Millitär in den Weg und die gesamte Besatzung wird zu gejagten.

Die große Mauer:
Die große Mauer ist ein sichtbares Beispiel was passieren kann, wenn die Grenze des Lebens überschritten wird. Dabei handelt es sich um eine riesige, instabile Zone aus wirbelnden Traparwinden, die sogar aus dem All gesichtet werden können. Die meisten physikalischen haben in diesem Gebiet keinen Bestand mehr.

LFO:
Ist die Abkürzung für Light Finding Operation. Das LFO ist eine biomechanische Maschine, die neben der menschlich hergestellten Mechanik, ein Scup Coral Innenskellet besitzt. Sie sind je nach Typ mit unterschiedlichen Waffen ausgestattet und besitzen außerdem ein übergroßes REF-Board um auf den Trapars surfen zu können.
Ihren Antrieb erhalten sie entweder durch die Trapar-Wellen, oder durch eigene Booster. Die Steuerung erfolgt meist durch den Piloten, doch auch weiterentwickelte LFOs können eigenständige Manöver ausführen. Auf dem Land formen sie sich zu Fahrzeugen, um eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen, oder wenn nicht ausreichen Trapars zur Verfügung stehen.
Um ein LFO zu starten, ist eine gewisse Geschwindigkeit Voraussetzung. Sie wird entweder durch den Anlauf direkt aus dem Fahrzeugmodus, oder durch in einem Schiff eingebaute Katapulte erreicht.

Summer of Love:
Durch ein Experiment, mit den Compact Drives kontakt zu den Sub Corals herzustellen, wurde ein Effekt ausgelöst, der eine gewaltige und unaufhaltsame Erzeugung von Traparwellen erzeugte. Die daraus entstandenen Lichtpartikel führten zum völligen Kontrollverlust der Compact Drives. Die Welt stürzte ins Chaos. Bürgerkriege und Bewaffnete Konflikte auf dem ganzen Planeten waren die Folge. Diese Zeit wurde damals als Summer of Love bezeichnet und Adroc Thurston ging als der Mann in die Geschichte ein, der dieses Zeitalter beendete.

Trapars:
Transparente Lichtpartikel, kurz Trapar genannt, ermöglichen eine Fortbewegung, die unserem Wellenreiten nicht unähnlich ist. Auch hier werden „Surfbretter“ benutzt, die sog. REF-Boards.

Der Manga:

Anders als bei vielen Animes, erschien der Manga auf der Basis des Animes. Gestaltet wurde er von Jinsei Kataoka und Kazuma Kondou im Magazin Monthly Shōnen Ace des Verlags Kadokawa Shoten. Insgesamt gibt es 23 Kapitel in 6 Bänden.
Auch wenn man den Anime gesehen hat, so sollte man auch einen Blick in den Manga werfen. Die Handlung ist zwar dieselbe, weicht jedoch hier und da ein wenig ab und das Ende ist auch vollkommen anders. Viele Eureka 7-Fans setzen mehr auf den Manga als den Anime.

Der Film:

Einmal vorneweg: Wer erwartet eine hübsche, kleine Zusammenfassung des Animes in höherer Qualität vorzufinden, liegt hier falsch.
Der Film erzählt eine vollkommen andere Handlung- von Anfang an. Einzig und allein die Charaktere sind die Selben (hier aber auch nicht alle), aber ansonsten ist es von Anfang bis zum Ende vollkommen neu. Nichts destotrotz sollte man sich diesen Film ansehen, auch wenn man Anfangs wohl etwas verwirrt sein wird.

Mein Statement:

Zu allererst muss man sagen, dass mich Eureka 7 überrascht hat.
Zu beginn der Serie, dachte ich mir, dass meine Geduld diesen Anime wirklich bis zum Ende zu schauen (sind ja immerhin 50 Folgen) nicht ausreichend vorhanden ist.
Die Serie beginnt meiner Meinung nach sehr seicht; der Protagonist Renton ist dieser typisch-naive Junge, der noch nichts von der Welt weiß, sie aber um jeden Preis erkunden will. Er trifft auf Eureka, dass fremde Mädchen, das da soeben mal in sein Haus rein brettert und jedem Zuschauer wird klar- Renton ist von Anfang an in sie verliebt und man erwartet eigentlich schon so eine wischi-waschi Handung. Um ehrlich zu sein, Renton ging mir die ersten 10-15 Episoden sowas von auf den Wecker, dass ich mir ernsthaft die Frage gestellt habe, warum dieser Anime so gute Kritiken aufweist. Auch die Charaktere der Gekkostate waren mir zu beginn nicht ganz geheuer.
Aber ich habe mich drangehalten und wurde überrascht. Sehr überrascht.
Sowohl die Protagonisten, als auch fast der gesamte restliche Cast entwickelten sich im Laufe der Geschichte so stark weiter, dass mich auch die Serie immer mehr gefesselt hat.
Denn in diesem Science- Fiction Anime standen nicht die imposanten Kampfszenen der Mechas im Vordergrund: Der zentrale Kern dieses Animes waren wohl die Charaktere selbst und ihre Entwicklung. Wenn man mit allen 50 Folgen durch ist und dann, wie ich, die erste Folge noch einmal ansieht, sieht man richtig wie krass die Veränderungen eigentlich sind.
Ein Punkt, der den Anime zwar eigentlich ausmacht, mich jedoch so ein kleines bisschen genervt hat war folgendes: Zu Beginn des Animes wird man in eine komplett andere Welt geworfen, ohne irgendwelche Informationen zu bekommen. Das bleibt dann so die ersten 10 Folgen. Es werden Namen in den Raum geschmissen und der Zuschauer sitzt da, kratzt sich am Kopf und hat ein riesengroßes Fragezeichen im Gesicht. Jedoch ist die Story so aufgebaut, dass man sich quasi die Puzzlestücke erst nach und nach „verdienen“ oder suchen muss. Der Vorgang dabei ist etwas zähflüssig, wobei man gegen ende schier damit überrannt wird. Es ist ein komplexer Anime, bei dem eine hohle Birne eher nicht von Vorteil ist.
Nun komme ich zu dem, was mir am meisten neben den bereits erwähnten, genialen Charakterentwicklungen begeistert hat: Kommen wir zur Animation!
Wie man von den Studio BONES gewöhnt ist, ist auch hier die Animation ein wahrer Genuss! Ob ruhige Szenen mit Charakteren, als auch die actiongeladenen Kämpfe zeigen Animationskunst auf höchstem Niveau. Butterweiche Abläufe- jedoch kein rumgeschwabbel wie beim Kampf zwischen Pain und Naruto- keine unnötigen Cuts oder Standszenen, die normalerweise dafür sorgen, dass die Animation ziemlich absäuft.
Auch die Charakterdesigns sind hervorzuheben: Jeder einzelne ist auf seine Weise anders und spiegelt sich daher auch in dem Kleidungsstil wider, was man ja nicht so oft zu Gesicht bekommt.
Was mir auch aufgefallen ist, dass es in diesem Anime so gut wie gar keine „verzerrten Karikaturen“ gibt, wie sie ja bei Animes normalerweise geläufig sind. Damit meine ich beispielsweise extremes Augenaufreißen, oder eine Kinnlade die bis zum Bauchnabel hängt. Es war mal angenehm einen Anime ohne solche Extreme zu sehen.
Auch spreche ich hier in dem Bezug gleich die Musik an, die auch ein kleines Highlight ist: Von Animes wie Naruto ist man bei der Musik an ein „gleiches Schema“ gewöhnt; die Musik ist zwar anders, aber im Grunde gehören sie zusammen und sind auf eine gewisse Art und Weise gleich.
Bei Eureka 7 nicht. Hier findet man fast alles: Von wunderschönen Orchesterstücken, die einem das Herz aufgehen lassen, bis hin zu harten Techno-Tönen ist fast alles vorhanden. Auch die Op’s und Ed’s sind kleine Schmuckstücke des Animes.

Eureka 7 ist wirklich nach allem ein Anime der sich einen Platz auf meiner „Wall Of Fame“ verdient hat.
Jeder der tiefgründige Mangas/Animes mag, die nicht nur einer stumpfen Handlung folgen sondern auch etwas mehr bieten, sollte sich diesen Anime ansehen! Er ist wirklich nur weiterzuempfehlen!


 

28 Gedanken zu “Eureka Seven

  1. @Moegeli94

    Dankeschön für dein Feedback :)

    Du kannst natürlich einen Anime vorschlagen und ich werde ihn mir dann vl auch ansehen, aber geplant ist, immer nur einen per Monat vorzustellen, sonst wäre es zu viel ;)

  2. ich hab den anime schons eit längerem fertig nur bin ich vorher noch nciht dazu gekommen den zu kommentieren.
    der anime hat mich echt begeistert. auch fand ich garnicht so stark dass die ersten folgen sich so hingezogen hatten, das hat mir i.wie sogar gefallen. und was ich auch sehr gut fand war dass wirklich jeder charakter seine ganz eigene persönlichkeit hatte und dass auch nebencharaktere trotzdem recht große rollen hatten. hach ich fand den einfach genial :D
    nur was ich am ende nicht so ganz verstanden hatte war die situation zwischen eureka und renton. was war da jetzt genau los? sind die wirklich koomplett verschmolzen oder wie ist das da genau abgelaufen?^^

    aber danke für das vorstellen sonst wäre auch ich da nie drauf gekommen. ich würds auch gut finden wenn du weiterhin nicht so ich sag mal “bekannte” animes vorstellen würdest. weil auf one piece, inu yasha, bleach, avatar, elfenlied, etc kommen die meisten ja sicherlich selber. :D

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